Es war schon immer ein großer Wunsch von mir eine Reise zur Amalfiküste und zur Insel Capri zu machen. Voriges Jahr war es dann endlich so weit und ich durfte fast einen ganzen Tag auf der Insel Capri verbringen.

Die Insel Capri liegt rund 20-25 Minuten Fahrzeit von Sorrent und rund 50 Minuten Fahrzeit von Neapel entfernt.  Die Karten für die Fähre muss man nicht im Vorhinein buchen. Wir hatten kein Problem Karten für die Überfahrt von Sorrent nach Capri zu bekommen. Es befinden sich in Sorrent unzählige Fährunternehmen, die Überfahrten nach Capri anbieten. Wir fuhren von Sorrent los und genossen die 20 Minuten dauernde Überfahrt entlang der Sorrentinischen Halbinsel nach Capri.

Capri ist rund 10 Quadratkilometer groß und wird durch eine majestätische Steilwand in zwei etwa gleich große Hälften geteilt. Die eine Hälfte wird Capri die andere etwas provinziellere Anacapri genannt. Verbunden sind diese zwei Gemeinden durch eine sehr abenteuerliche Serpentinenstraße.

Da wir uns nur einen Tag zur Besichtigung von Capri genommen hatten konnten wir natürlich nicht alle Sehenswürdigkeiten der Insel besichtigen.

Inselrundfahrt

Um die Insel von einem anderen Blickwinkel zu besichtigen wollten wir eine Inselrundfahrt machen. Gleich am Hafen Marina Grande findet man unzählige Schalter, die Inselrundfahrten inklusive Besichtigung der blauen Grotte anbieten. Die Inselrundfahrt dauert rund zwei Stunden und ist sehr abenteuerlich. In einem Boot in dem rund 30 Personen Platz haben fuhren wir entlang der Steilküste. An mehreren Stellen machte unser Kapitän halt und zeigte uns die Eingänge zu der weißen, grünen und blauen Grotte. Auch bestand die Möglichkeit die blaue Grotte zu besichtigen.

Grotta azzurra

Die blaue Grotte oder auf italienisch Grotta azzurra ist weltbekannt und befindet sich an der Nordwestspitze der Insel. Durch einen ca. 1,5 m hohen Spalt in der Felswand gelangt man in die Grotte. Um in die Grotte zu gelangen muss man eine lange Wartezeit, die sehr schaukelig sein kann in Kauf nehmen. Wenn man die Wartezeit heil überstanden hat, steigt man in kleine Ruderboote um, die höchstens fünf Personen fassen, legt sich am Boden des Bootes und der Bootsführer zieht das kleine Bötchen an einer Kette in die Grotte. Abhängig vom Andrang und der Laune des Bootsführers verbringt man rund fünf Minuten in der Grotte. Aufgrund der langen Wartezeit, des Schaukelns aufgrund der vielen Boote, die auf das Umsteigen in die kleinen Bötchen warteten verging mir leider der Spaß und ich besichtigte die Grotte nicht.

Neben dem Besuch der Grotta azzurra auf Capri gibt es bei der Inselrundfahrt noch eine weitere Attraktion, nähmlich die Durchfahrt durch die Faraglioni-Klippen.

Fast auf der gesamten Rundfahrt kann man die ins mehr hinabstürtzenden Felsen und Klippen sowie das türkisblaue Meer und die unzähligen Jachten, die vor Capri vor Anker liegen bestaunen.

Fahrt mit der Funicolare von Marina Grande nach Capri-Ort

Nachdem wir wieder im Hafen Marina Grande angekommen waren gingen wir zur Funicolare. Die Funicolare ist eine Standseilbahn, deren Eingang sich vis-à-vis der Anlegestelle befindet und die die Besucher und Einheimischen nach Capri-Ort schnellstmöglich transportiert. Auch gibt es neben der Funicolare noch einen breiten Treppenweg, der parallel zur Funicolare im Zentrum von Capri-Ort endet. Bequemer, entspannter und uriger ist es auf jeden Fall mit der Funicolare.

Capri-Ort

In Capri-Ort hat man einen traumhaften und wirklich atemberaubenden Ausblick auf Marina Grande und das Meer. Geht man ein paar Schritte gelangt man zu einem der schönsten Plätze Italiens der Piazza Umberto I. Sie ist der Mittelpunkt von Capri-Ort, da hier alle großen Gassen und die Funicolare münden. Auf der Stirnseite befindet sich die Kirche Chiesa Santo Stefano. Capri-Ort lädt zum Bummeln und Schlendern durch die engen Gässchen mit seinen teuren Boutiquen ein. Wir spazierten entlang der engen Gässchen und erreichten nach einiger Zeit die Parfümerei Carthusia.

Parfümerei Carthusia in Capri-Ort

Carthusia erzeugt seit ca. 1948 aus hochwertigen Rohstoffen und in Handarbeit Parfums. Die Produktion ist begrenzt. Bei den Düften für Damen stellt die wilde Nelke Capris die Basis dar, bei den Herrendüften das Rosmarinöl vom Monte Solaro. Natürlich musste ein kleines Fläschen als Souvenir mitgehen. Bei der großen Auswahl an Düften fiel die Entscheidung sehr schwer. Letzendlich entschied ich mich für Mediterraneo. Das Parfum duftet nach Zitronenblättern und grünem Tee.

Ich habe meinen Tagesausflug nach Capri sehr genossen und würde sofort wieder nach Capri fahren um die ganze Insel zu erkunden. Eine witzige Geschichte zum Abschluss habe ich noch für euch. Nachdem wir Capri-Ort besichtigt hatten gingen wir am frühen Abend zur Funicolare um in Marina Grande die Fähre noch rechtzeitig zu erreichen. Als wir in Marina Grande angekommen waren, war es doch schon etwas spät und wir liefen zur Schiffsanlegestelle doch wie das Leben so spielt fuhr das Schiff nun nicht an dem Steg ab an dem wir angekommen waren sondern an einem anderen Steg. Der Steg wurde kurzfristig geändert. Wir waren daraufhin kurzfristig in Panik, da wir dachten das war das letzte Fährschiff zurück nach Sorrent und wir müssen auf der Insel jetzt übernachten. Schlussendlich stellte sich heraus, dass wir das vorletzte Fährschiff verpasst hatten. Nach 1 Stunde Wartezeit am Hafen kam das letzte Fährschiff in Capri pünktlich an und wir erreichten doch noch Sorrent an dem Tag.

Tipps für Capribesucher

Für alle die genauso wie ich nur einen Tag auf Capri verbringen habe ich hier ein paar wichtige Tipps: Egal was auf eurem Rückfahrtticket für eine Uhrzeit aufgedruckt ist, ihr könnt zu jeder Zeit früher oder später zurückfahren und müsst euer Ticket nicht ändern lassen. Wir mussten uns rund 15 Minuten in einer Schlange anstellen bis wir genau dies erfuhren. Am Weg zurück zu dem Schalter, der Inselrundfahrten anbietet erfuhren wir, dass die Schiffe bereits abgefahren sind und wir nun 1h warten müssen. Wenn eine Fähre in Capri ankommt, dann empfehle ich euch, wenn ihr eine Inselrundfahrt machen möchtet, zielstrebig zu den Schaltern zu gehen und die Tickets zu kaufen, da diese anscheinend mit den Ankunftszeiten der Fähren abgestimmt sind.